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Zurück zur Übersicht Security-Analyst arbeitet im Microsoft-Defender-Portal mit einer KI-gestützten Incident-Zusammenfassung
KI Microsoft Security Copilot Phishing

KI und Cybersicherheit im Microsoft-Umfeld: Security Copilot, KI-Phishing und Copilot-Einführung

6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Microsoft Security Copilot hilft kleinen Teams vor allem bei Zusammenfassungen, geführter Reaktion und Triage im Defender-Portal. Für Microsoft 365 E5 und E7 ist ein monatliches Kontingent enthalten; die Ergebnisse brauchen trotzdem eine fachliche Prüfung.
  • Gegen KI-generiertes Phishing helfen Technik und Prozesse: phishing-resistente MFA, Identitätswechsel-Schutz in Defender for Office 365 und ein Rückrufprozess für Zahlungen.
  • Microsoft 365 Copilot zeigt nur, was ein Benutzer ohnehin öffnen darf. Das Risiko liegt in zu weit gefassten Berechtigungen; Microsoft Purview macht diese sichtbar.
  • Die Geschäftsführung entscheidet, wer KI-Ergebnisse verantwortet und welche Daten für KI freigegeben sind. Die IT setzt das mit Entra ID, Purview und SharePoint um.

Über KI in der Cybersicherheit wird viel Allgemeines gesagt. Für Unternehmen im Microsoft-Umfeld sind drei Fragen praktisch relevant: Was leistet Microsoft Security Copilot für das eigene Team? Was hilft gegen Phishing, das sprachlich nicht mehr auffällt? Und welche Risiken entstehen, wenn Mitarbeitende Microsoft 365 Copilot nutzen? Dieser Beitrag beantwortet alle drei, zuerst für die Geschäftsführung, dann für die IT.

Was bringt Microsoft Security Copilot einem kleinen Security-Team?

Security Copilot verkürzt die Zeit, die ein Team braucht, um einen Incident zu verstehen und zu entscheiden. Es ersetzt keine Fachkraft, macht aber Routinearbeit schneller und senkt die Einstiegshürde für weniger erfahrene Teammitglieder.

Im Defender-Portal fasst Security Copilot Incidents zusammen, schlägt Reaktionsschritte vor, analysiert verdächtige Skripte und Dateien und erstellt Incident-Berichte. Hinzu kommen Agenten, etwa für die Triage von Phishing-Meldungen der Mitarbeitenden. Agenten müssen bewusst eingerichtet werden; sie sind nicht automatisch aktiv.

Zur Lizenzierung: Security Copilot ist für Microsoft 365 E5 und E7 enthalten, mit 400 Security Compute Units (SCU) pro Monat je 1.000 bezahlter Benutzerlizenzen, höchstens 10.000 SCU im Monat (Lizenzbedingungen). Das Kontingent skaliert auch unterhalb von 1.000 Lizenzen. Die Bereitstellung läuft seit November 2025 schrittweise; ob Ihr Tenant bereits freigeschaltet ist, zeigt das Nachrichtencenter im Microsoft 365 Admin Center. Ohne E5 oder E7 wird Security Copilot über bereitgestellte SCU nach dem bisherigen Preismodell abgerechnet.

Für die IT wichtig: Security Copilot verarbeitet und speichert dabei Daten aus Microsoft-365-Diensten. Prüfen Sie nach der automatischen Bereitstellung die Eigentümereinstellungen, die vorbelegten Rollen und den Speicherort der Daten, und legen Sie fest, dass KI-Vorschläge vor Eingriffen in den Betrieb von einer verantwortlichen Person bestätigt werden.

Was hilft gegen KI-generiertes Phishing?

Fehlerfreie Sprache ist kein Warnsignal mehr, also darf die Abwehr nicht von der Aufmerksamkeit einzelner Mitarbeitender abhängen. Wirksam sind drei Ebenen, die sich ergänzen.

Phishing-resistente MFA. Klassische MFA mit Push-Bestätigung oder Code kann über eine täuschend echte Anmeldeseite abgegriffen werden. Phishing-resistente Verfahren sind an die echte Anmeldeadresse gebunden: Passkeys (FIDO2), Windows Hello for Business und zertifikatbasierte Anmeldung. In Microsoft Entra Conditional Access erzwingen Sie das über die Authentifizierungsstärke „Phishing-resistente MFA“, zuerst für Administratoren und besonders exponierte Rollen. Wie solche Angriffe auf Microsoft 365 grundsätzlich funktionieren, zeigt unsere Webinar-Aufzeichnung.

Schutz vor Identitätswechsel in Defender for Office 365. SPF, DKIM und DMARC verhindern, dass jemand Ihre eigene Domain fälscht. Gegen ähnlich aussehende Domains helfen sie nicht, denn solche Mails bestehen die Prüfungen. Die Anti-Phishing-Richtlinien in Defender for Office 365 erkennen Identitätswechsel von Benutzern und Domains. In der Standardrichtlinie ist dieser Schutz nicht vollständig konfiguriert: Tragen Sie Geschäftsführung, Finanzbuchhaltung und wichtige Partnerdomains als geschützte Absender ein und setzen Sie die Aktion auf Quarantäne.

Freigabeprozesse. Keine Zahlung und keine Änderung einer Bankverbindung allein auf Basis einer E-Mail, eines Anrufs oder einer Sprachnachricht. Ein Vier-Augen-Prinzip und ein Rückruf über bekannte Kontaktdaten wirken auch dann, wenn eine Stimme täuschend echt klingt.

Welche Risiken entstehen bei der Einführung von Microsoft 365 Copilot?

Microsoft 365 Copilot zeigt nur Inhalte an, die ein Benutzer mindestens lesen darf. Das klingt beruhigend, verschiebt das Risiko aber auf Ihre Berechtigungen: Eine SharePoint-Website, die versehentlich für alle Mitarbeitenden freigegeben ist, wird über Copilot plötzlich leicht auffindbar. Für die Geschäftsführung ist deshalb die Reihenfolge entscheidend: erst Berechtigungen bereinigen, dann Copilot breit ausrollen.

Für die IT:

  • Überfreigaben finden: Data Security Posture Management for AI in Microsoft Purview führt wöchentlich eine Datenrisikobewertung für die meistgenutzten SharePoint-Websites durch. Die Berichte von SharePoint Advanced Management zeigen zusätzlich Freigaben an „Jeder außer externen Benutzern“.
  • Vertrauliches kennzeichnen: Vertraulichkeitsbezeichnungen mit Verschlüsselung werden von Copilot respektiert. DLP-Richtlinien für den Speicherort Microsoft 365 Copilot verhindern, dass bezeichnete Inhalte in Antworten verarbeitet werden.
  • Nachvollziehbarkeit sichern: Die Überwachung (Audit) in Purview muss aktiv sein, damit KI-Interaktionen auswertbar sind.
  • Nicht-Microsoft-KI-Dienste steuern: Mit Global Secure Access lässt sich festlegen, welche externen KI-Werkzeuge erreichbar sind.

Wie eine prüffähige Einführung konkret abläuft, beschreiben die Beiträge KI-Einführung mit Entra ID, Purview und SharePoint und KI-Tools mit Global Secure Access steuern.

Was sollten Geschäftsführung und IT jetzt entscheiden?

  1. Verantwortung festlegen: Wer bestätigt KI-Vorschläge im Security-Betrieb, und wer gibt Datenbereiche für Copilot frei?
  2. Administratoren phishing-resistent anmelden: Das ist die wirksamste einzelne Maßnahme gegen gestohlene Zugänge.
  3. Identitätswechsel-Schutz konfigurieren: Geschützte Benutzer und Domains in Defender for Office 365 eintragen.
  4. Berechtigungen vor dem Copilot-Rollout prüfen: Datenrisikobewertung in Purview auswerten und Überfreigaben schließen.

Der nächste Schritt

In der AI Foundation bereiten wir Berechtigungen, Vertraulichkeitsbezeichnungen und Richtlinien in Entra ID, Purview und SharePoint so vor, dass Microsoft 365 Copilot und weitere KI-Dienste nachvollziehbar und mit Nachweisen eingeführt werden können.

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Häufig gestellte Fragen

Ist Security Copilot mit Microsoft 365 E5 automatisch aktiv?

Berechtigte E5- und E7-Tenants erhalten Security Copilot schrittweise per automatischer Bereitstellung, ohne eigene Azure-Einrichtung. Agenten müssen Sie trotzdem selbst einrichten, und die Datenschutz- und Rolleneinstellungen sollten Sie nach der Bereitstellung prüfen.

Reichen SPF, DKIM und DMARC gegen Phishing aus?

Nein. Diese Standards verhindern das Fälschen Ihrer eigenen Domain. Mails von ähnlich aussehenden Domains bestehen die Prüfungen jedoch. Dagegen helfen der Identitätswechsel-Schutz in Defender for Office 365 und phishing-resistente MFA, falls doch jemand auf eine gefälschte Anmeldeseite gelangt.

Kann Microsoft 365 Copilot Daten anzeigen, die Mitarbeitende nicht sehen dürfen?

Copilot zeigt nur Inhalte, auf die der jeweilige Benutzer mindestens Lesezugriff hat. Das Problem entsteht, wenn Berechtigungen zu weit gefasst sind. Deshalb gehören eine Prüfung der Freigaben und Vertraulichkeitsbezeichnungen vor den breiten Rollout.

Ersetzt Security Copilot Fachkräfte im Security-Betrieb?

Nein. Security Copilot beschleunigt Analyse und Dokumentation, aber Entscheidungen über Eingriffe in den Betrieb trifft weiterhin eine verantwortliche Person. Ohne festgelegte Zuständigkeit bleibt auch ein guter KI-Vorschlag ungenutzt.